Sprachzertifikate

Seit einigen Jahren gibt es europaweit die Möglichkeit, an Sprachzertifikaten für Englisch, Französisch oder Deutsch als Fremdsprache teilzunehmen, um in einem gleichgestellten Rahmen die eigenen Fremdsprachenkompetenzen einstufen zu lassen. Bei den Prüfungen werden verschiedene Aufgabenfelder behandelt, die in allen Ländern am gleichen Tag und zur gleichen Zeit abgelegt werden. Auch inhaltlich unterscheiden sich die Prüfungen nicht voneinander. Dies soll eine internationale Vergleichbarkeit der Prüfungsergebnisse gewährleisten. Zu den Testbereichen zählen Kompetenzen wie Hörverstehen, Textverständnis, Sprachproduktion und freies Schreiben. Die Prüfungen können in allen Altersstufen abgelegt werden, wobei nicht das Geburtsdatum, sondern die Sprachfähigkeit über den Level der Prüfungen bestimmt. Der Schwierigkeitsgrad kann entweder vor der Prüfung gewählt werden, oder wird im Zuge der Prüfung bestimmt. Der europäische Referenzrahmen teilt sich in die Stufen A1, A2, B1, B2 und schließlich C1 und C2. Dabei stellt A1 die Grundstufe und C2 die anspruchsvollste Stufe dar.

Der Sinn der Prüfungen ist es, eine von Schulform und -noten unabhängige, einheitliche Einstufung der Fremdsprachenkenntnisse zu gewährleisten. Oft steht und fällt eine Note mit einem einzelnen Lehrer. Das wollen die Sprachzertifikate verhindern. Die Prüfungen orientieren sich an dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Tatsächlich handelt es sich bei den Sprachzertifikaten in Englisch, Französisch und Deutsch als Fremdsprache um eine lohnende Zukunftsinvestition. Denn der Nachweis eines bestimmten Fremdsprachenlevels ist an immer mehr deutschen Universitäten unverzichtbar, um einen Studiengang zu belegen. So müssen angehende Studenten inzwischen oft mindestens ein B1-Niveau vorweisen, um sich an einer deutschen Universität immatrikulieren zu können. Das gilt auch für Deutsche an ausländischen Universitäten.

Aber nicht nur für angehende Studenten sind Sprachzertifikate, die über die Schulnote hinausgehen, inzwischen oft unverzichtbar. Aktuell legen auch immer mehr Arbeitgeber großen Wert darauf, dass ihre Auszubildenden mehrsprachig sind. Ein Sprachennachweis kann den Berufseinstieg enorm erleichtern. Obgleich die Prüfungsnachweise immer populärer werden, stechen Bewerber mit einem Sprachzertifikat immer noch aus der Masse heraus. Oft sind Sprachzertifikate das gewisse Extra, das den anderen Bewerbern wohlmöglich fehlt.